Drogenprävention in der 8. Klasse – Ein Mitschnitt

Drogenprävention in der 8. Klasse – Ein Mitschnitt

Neulich wurde ich von dem Bildungszentrum in Bodnegg zum Drogenpräventionstag eingeladen. Meine Biographie sollte ich in zwei Durchläufen, á drei Schulstunden, mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 8 diskutieren. “Hände weg von Drogen” sollte wohl die Botschaft lauten. Was erwarten Schüler von einem Ex-Suchkranken, eines Ex-Junkies oder auch eines Abhängikeitskranken (man wieviele Begriffe man sich da einfallen lassen könnte)? Was erwarten die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulleitung oder gar die Eltern von mir? Früher habe ich solche Veranstaltungen regeläßig gemacht, da war es irgendwie anders. Da habe ich mir über Erwartungen auch keinen Kopf gemacht. Aber was soll meine Botschaft sein, was möchte ich an dem Tag mit den knapp 50 Schülern machen, was soll am Ende sein? Ich habe mich für einen recht geläufigen Weg entschieden, indem ich erst kurz was zu mir erzählte (so 20 Minuten) und die Restzeit Raum für Fragen und Diskussion bot. 3×45 Minuten ohne Pause ist ja auch recht lange für alle Beteiligten.

Daher kommen die Fragen der Schüler in der nächsten Episode mit ausreichend Zeit und Erklärung.

 

Shownotes

Urmel Kinder-Krebs-Stiftung (Facebook Seite)

Interview Teil 1 bei TomsTalkTime

Interview Teil 2 bei TomsTalkTime

Im Gespräch mit dem Abstinenzcoach Frank Joseph

Im Gespräch mit dem Abstinenzcoach Frank Joseph

Nach all den Suchtthemen in letzter Zeit, freut es mich ausserordentlich nun ein angrenzendes Thema mit einem befreundeten Experten anzusprechen: Abstinenz. Experte auf diesem Gebiet ist Frank Joseph, Abstinenzcoach aus Ravensburg, und zu Gast in der heutigen Episode. Ich spreche mit Frank über seinen Weg zum eigenen Business, über Hindernisse, Straucheln und neue Hoffnungen und Wege. Er hat in den letzten Jahren an einem eigenen Konzept zur Abstinenzsicherung gearbeitet und entwickelt es kontinuierlich weiter.

Braucht es bei so einem hochprofessionalisierten Suchthilfesystem so ein Angebot überhaupt? Wer ist die Zielgruppe und was hat man von Franks Angeboten?

Eine äussers spannende Sendung über einen äusserst spannenden Menschen.

 

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Gedanken zu Genuss, Konsum und Abhängigkeiten

Gedanken zu Genuss, Konsum und Abhängigkeiten

Heute soll es kurz um verschiedene Begrifflichkeiten gehen die in der vorletzten SoziFon Episode für Unklarheiten gesorgt hatte. Ich brachte Heroin, Cannabis, Zucker und Glücksspiel in einer pauschalisierten Aussage in einem Topf zusammen und differenzierte diese Dinge nicht klar. Daher möchte ich auf verschiedene Begriffe heute mal eingehen und schauen was zum Beispiel die WHO dazu sagt, was man so in der Alltagssprache raushaut und wo noch Unklarheiten sind.  Continue reading “Gedanken zu Genuss, Konsum und Abhängigkeiten”

Digitale Drogenaufklärung

Digitale Drogenaufklärung

Simon Ruane betreibt seit einigen Jahren den Youtube Kanal “Open Mind”. Open Mind beschäftigt sich im engeren und weiteren Sinne mit Drogen, Drogenkonsum, Set und Setting. Also nicht mal so schlecht, wie man als aufgeklärter Bürger meinen mag. Simon testet verschiedene Substanzen, filmt sich dabei und gibt verschiedene Ratschläge zu allem möglichen rund ums betreffende Thema. Des weiteren beschäftigt er sich mit der aktuellen Gesetzeslage rund um das Thema Drogen und scheut sich nicht die blind-konservativen Dummschwätzer der CSU im Bundestag ihrer frechen Lüge zu entlarven. Simon ist 28, wohnt in München und macht der Sozialen Arbeit eine lange Nase. Wieso? Weil, wenn andere noch über “irgendwann realisierbare” Social Media Konzepte debattieren oder gar ihre chronische Unzufriedenheit über die aktuelle technische Entwicklung verlautbaren, macht Simon eigentlich unseren Job. Ein Beispiel aus 2017 wie sich die Soziale Arbeit abhängen lässt. Wenn wir über Fallzahlen und Rückfallstatistiken reden, schafft Simon für 250.000 Menschen eine Möglichkeit sich VORHER über einen ungefährlichen bzw. risikogeminderten Drogenkonsum, in einer Sprache die man versteht. Ohne Blingbling und Birkenstocklatschen.

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Jahrbuch Sucht 2017

Jahrbuch Sucht 2017

Wir steuern in eine ungewisse Zukunft höre ich immer öfter von Nachbar und Freunden. Gemeint sind damit wohl die äußeren Begebenheiten wie Häusle bauen oder Urlaube oder sogar der Kauf des neuen Smartphones P10 für 900€. Alles scheint unsicher. Abhilfe schaffen da die handelsüblichen Methoden wie Drogenkonsum oder nichtstoffliche Trends wie Zocken und Glücksspiel. Die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen hat die Lage der süchtigen Nation mal in einem schicken Buch zusammengestellt und macht jetzt kräftig Bambule. Kräftig in Bezug auf öffentlicher Wahrnehmung. So hat es diese alarmierende Nachricht, in ganzen 79 Sekunden beim Bayrischen Rundfunk Gehör gefunden und bei einschlägigen Webseiten wie Focus und Zeit doch einen netten Bericht dazu. Alarm? Unsicherheit? Achwas, alles ok. Nur Medikamente nehmen wir halt zuviel. Es ist mehr als alarmierend, es betrifft jeden. Auch Dich!

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Von zerbrochenen Senioren und saufenden Rentnern

Von zerbrochenen Senioren und saufenden Rentnern

Wir haben in unserer Gesellschaft ein schleichendes, kaum merkliches Problem mit unseren alten Menschen. Nicht dass es reicht unsere Alten in eine unsichere von Altersarmut geprägte Zukunft zu schicken, nein, sie saufen sich regelrecht den Kragen ab. Es ist kein individuelles Problem oder eine Auffälligkeit einer bestimmten Region, es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem wenn ältere Menschen trinken. Es ist schmerzhaft auf Entgiftungen Menschen mit Rollatoren und in Oldscholl Bademäntel anzutreffen. Einsam, verschüchtert und voller Scham. Eine noch unsichere Zukunft als die “Normalen”. Finanziell am Anschlag, gesundheitlich fragil und sozial vereinsamt. Nicht jedem ist es vergönnt mit 68 Tennis zu spielen oder in Sahara Quadtouren durch den Dünensand zu erleben. Viele sitzen in den Altenheimen, fangen dort erst richtig an mit trinken und segeln was ganz anderem entgegen als sie sich das ganze Leben vorgestellt haben. Sie segeln in den persönlichen Abgrund und wir folgen ihnen mit Pauken und Trompeten.

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Wieso Suchtkranke immer wieder scheitern

Wieso Suchtkranke immer wieder scheitern

Es ist ein Phänomen bei dieser Krankheit, die Rückfallquote ist zum heulen. In den ersten 6 Monaten, sagen verschiedene Statistiken, werden 80-97% der Suchtkranken rückfällig. Sei es nach einem Kalten Entzug, nach einer stationären Entgiftung oder auch nach einer stationären Therapie, fast keiner schafft es abstinet zu leben. Das erste Jahr ist das brenzligste und das trotz persönlicher Bemühungen, fachlicher Unterstützung und auch familiärer Hilfe. Es ist zu verrückt werden. Was aber brauchen dann Suchtkranke? Wenn diese ganzen Maßnahmen so gut wie unwirksam sind, wenn nur 3,6% der Menschen in Deutschland abstinent leben, muss man sich unweigerlich fragen was da los ist, was denn menschen fehlt. Ich habe mich eine Woche mit Menschen unterhalten die wie ich auf der Entgiftungsstation waren. Ich habe mir einige Geschichten angehört, meine eigene mehrfach erzählt und eine bittere Erkenntnis gewonnen. Kaum einer, eigentlich keiner hat eine Vision für sich selbst. Keiner hat ein klares Lebenskonzept vor Augen. Wiso ist das so? Wieso kam ich mir mit meinen Visionen und Zielen vor wie ein Fremdkörper? Fragen über Fragen und eine noch spannendere Erkenntnis durch eine einzelne systemische Aufstellung gestern Nachmittag.

Seelenschmerzen

Seelenschmerzen

Wir haben kranke Seelen, so mein Fazit nach drei Wochen Dunkelheit in meinem Leben. Ich habe eine kranke und doch hungernde Seele. Ich bin süchtig. Nach einem lebensbedrohenden Rückfall bin ich in mich gegangen, habe alles auf den Prüfstand gestellt. Ich hab doch schon so viel getan um abstinent leben zu können. Ich habe Ziele, Träume, Visionen in meinem Leben. Ich reflektiere mich schonungslos und lasse mir regelmäßig Feedbacks geben. Ich habe einen gesunden Freundeskreis, ernähre mich gut und treibe Sport. Ich habe Hobbies, Leidenschaften und bilde mich permanent fort. Ich arbeite in einem gesunden Umfeld und achte immer auf meine Gefühle. Nach therapeutisch-medizinischen Richtlinien ist scheinbar alles nice. Was fehlt mir dann? Was habe ich nicht bedacht? Ich habe die Rechnung ohne die Seele gemacht. Habe mir ein spirituelles Weltbild zurechtgezimmert das kein Fundament hat. Das nichts hat, ausser schöner Worte. Ich habs mir zurechtgebogen, das Ding mit der Seele. Ich hatte Seelenschmerzen und hab sie ignoriert.

Ich kapituliere

 Ich kapituliere

“Marc, du musst endlich kapitulieren” ist ein Satz der mich doch nun schon fast mein ganzes Leben begleitet. Ich bin seit 1999 in unregelmäßigen Abständen damit konfrontiert bei unterschiedlichen Anlässen kapitulieren zu müssen. Bei der Sucht, da musste ich kapitulieren, weil es sonst mein Leben gekostet hätte. In Beziehungen, weil es sonst bei der Frau oder bei mir um eine Verlängerung des Schmerzes gegangen wäre oder bei einem erneuten Rückfall. Immer wieder saß ich in Psychiatrien oder Krankenhäusern oder manchmal auch zuhause und wusste einfach nicht wie. Wie geht kapitulieren?
In der Lifestylewelt von heute, bei der Onlinekurse oder das schlichte “folgen” spezialisierter Instagram Accounts, eine Zufriedenheit ungeahnten Ausmaßes versprechen, gibt es da Kapitulieren überhaupt? Gibt es Scheitern und Loslassen von Altem? Es ist der wunde Punkt von uns allen, die Unfähigkeit die weiße Fahne zu schwenken. Ich kapituliere vor der Kapitulation.

Heute ist Safer Internet Day

Heute ist Safer Internet Day

In vielen Schulen in vielen Ländern der EU wird heute der alljährliche Safer Internet Day thematisiert. Unzählige Workshops die sich mit einem Thema auseinandersetzen: Cybermobbing. Ein Thema das eine wachsenen Brisanz aufweist und nicht verschwiegen werden darf. Cybermobbing, also Mobbing mit Hilfe digitaler Medien, ist kein neues Phänomen. Ob USA oder UK, niemand weiss woher und wie es kam und nach Deutschland schwappte. Es ist auch egal wie und woher, wichtig ist heutzutage die Frage, wie man Kinder und Jugendliche kompetent befähigt mit diesem Thema umzugehen. Viele Lehrer sind noch im Hirten- und Beschützermodus und zeigen dies in WLAN Verboten und Smartphone-Bann auf dem Schulgelände… aus den Augen aus dem Sinn der Verantwortung. Aber heute nicht, heute ist ja Safer Internet Day für die Schafe, die Herde… Wann gibts sowas für Alle oder all jene die es bräuchten und keine Ahnung advon haben dass sie es brauchen?

 

Shownotes

Cybermobbing (Klicksafe)

Safer Internet Day (Wikipedia)

Cybermobbing Info (Poizei Beratung)

Drogenbeauftragte des Bundes

BZgA Studien ( Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

klicksafe.de

nummergegenkummer.de

jugendschutz.net

internet-beschwerdestelle.de