Die Halb-Zeiten sind angebrochen

Die Halb-Zeiten sind angebrochen

Wir leben in scheinbar halben Zeiten. Die Nachrichten sind voll von Halbwahrheiten, wir Menschen kommunizieren sehr auffallend häufig mittels Halbwissen und schlussendlich basieren unsere Überzeugungen und individuellen Weltsichten auf einem wackeligen Gebäude.

“…ich hab von einer Studie gehört.. oder Ein Professor aus Palo Alto sagte…”

Wir reflektieren unsere Informationen immer weniger und blasen unsere Alltagskommunikation unwahrscheinlich auf.

Ebenso gibt es die Halbexperten, wie ich sie gerne nenne. Die “In einem Wochenende ein Coachingbusiness” Leute, die den Markt überschwemmen. Es ist nicht überprüfbar ob das Bildungsinstitut Sonnenschein an der Mühlbrücke was seriöses ist oder doch lieber der Indigene-holistic Coach eher was für einen wäre. Mir scheint, die aufstrebenden Lifestylecoaches sind sehr diffus. Wie das aber nun mit dem Stillen eines Babys oder dem Smartphone von Kindern zusammenhängt erfahrt ihr nur beim zuhören.

Wieviel Gift verträgst DU?

Wieviel Gift verträgst DU?

Wir vergiften uns permanent! In unterschiedlichen Ebenen, in verschiedenen Lebenslagen und in wiederkehrender Intensität. Der ersten Gedanken bei so einem Satz sind oft Drogen, Essen, Tierhaltung, Atomkraft. Was aber ist so giftig am Leben? Was ist giftig in unserem Umfeld? Es sind meiner Meinung nach viele kleine, subtil wirkende, nicht-stofftliche Dinge die uns mürbe machen. Es sind die emotionalen Gifte wie Misstrauen oder Neid, die seelischen Gifte wie Abhängigkeiten oder Hektik. Es sind mehr Ebenen als wir oft sehen.

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Ich wär so gerne ein Preneur

Ich wär so gerne ein Preneur

Die letzten Jahre wächst eine neue Spezies in unserer Gesellschaft heran. Entrepreneure, Solopreneure, Sidepreneure, Mamapreneure, Papapreneure, Travelpreneure und was auch immer es noch für Preneure gibt, nennt sich das neue Phänomen der Selbständigkeit. Selbständige Arbeit scheint langsam en vouge zu werden. Scheiß auf Dienstwagen, Rentensicherheit, und Beamtung. Die neuen “Formate” stehen für Freiheit und Passion in der Arbeitswelt. Am Strand den nächsten E-Kurs erstellt oder im Basislager des Mount Everest noch die nächste Podcast Episode mobil produziert. Alles scheint möglich, alles ist möglich. Aber es gibt einen Haken. Viele wollen ihr Hobby zum Beruf machen und bedenken dabei nicht, dass sie dann kein Hobby mehr haben. Manchmal sollte Hobby, Hobby bleiben und Arbeit einfach Arbeit.

Aber wo bliebe dann der Spaß an der ganzen Sache? Wo wäre die eigene Kreativität, wenn sie nicht an solchen Stellen ausgelebt werden könnte? Arbeit kreativ zu sehen, das ist das wirklich Neue.

Sozialarbeitsfront trifft Digitalen Nomaden

Sozialarbeitsfront trifft Digitalen Nomaden

Ich bezeichne meine Arbeit normalerweise nicht als Digitales Nomadentum. Ich bin ja grundständiger Sozialarbeiter oder auch Medien- und Bildungsmanager. Man könnte vielleicht bei den beiden Berufen vermuten das was Digitales in meiner Tätigkeit steckt. Auch arbeitet man als Sozialarbeiter klassisch an verschiedenen Orten wie den Wohnungen der Klienten, auf Sportplätzen oder auch gelegentlich in Cafés. Ortsunabhängig halt. Nun bin ich auch Unternehmer, was in Deutschland nicht ungewöhnlich ist, jedoch von einer Schaar Digitaler Nomaden exponentiell in den Sozialen Medien hochgehalten und gefeiert wird. Man arbeitet in Co-Working Spaces neuerdings, nimmt in Bali in der Hänematte noch schnell ein Webinar auf, am Strand von Miami noch die letzten Wörter im neuesten deep-social-impact-blogpost fertig geschrieben und schon ist man digitaler Nomade. Es geht nicht um Nutzen, Hilfe oder Beziehungsarbeit. Vieles wird reduziert auf gelegentliche Barcampkontaktmomente, auf die Häppchen in den Hotellobbys und feiern als wäre man der geilste Influencer von Europa. Es geht um e-Commerce, um e-Learning oder e-Coaching. Das “e” ist zum Symbol der Innovation geworden.

Was aber ist wenn diese beiden Welten aufeinandertreffen?

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Digitale Coachingkonzepte – Ein Seminarrückblick

Digitale Coachingkonzepte – Ein Seminarrückblick

Ich möchte heute einen kleinen Rückblick auf das Seminar letztes Wochenende wagen. Digitale Coachingkonzepte als 24 Std. Seminar an drei Tagen für Studierende im ersten Semester der Sozialen Arbeit. Man könnte meinen, dass das Seminar ein bisschen zu früh angesiedelt ist oder die zu vermittelnden Inhalte noch nicht in ihrer Gänze überrissen werden können. Ja, das kann sein. Mein Erleben ist allerdings ein ganz anderes.

Ich habe das Seminar über die letzten 4 Jahre permanent weiterentwickelt. Von “E-Coaching, Mobile Coaching & Blended Coaching” hin zu dem was es heute ist. Es ist ein Einblick in meinen Alltag, in meine Art sozialarbeiterisch zu arbeiten, ja irgendwie in mein Mindset. Für Erstsemester ist es glaub eh schwer meinem Redefluss  zu folgen hab ich schon oft gedacht und bin immer wieder beruhigt nach Hause gefahren und wurde eines Besseren belehrt. Es wächst eine neue, mutigere und kritischere Generation Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter heran. Geil!

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Deine Motivation reicht nicht für den Erfolg

Deine Motivation reicht nicht für den Erfolg

“Motiviert zu sein, ambitioniert zu sein, erfolgreich sein zu wollen… reicht nicht aus.” Das ist ein Satz den wir nicht hören möchten. Wir wollen doch “genug sein”. Motivation ist doch nur ein hypothetisches Konstrukt, um die Antriebskraft eines Individuums zu beschreiben. Motivation ist das Ergebnis von individuellen Bedürfnissen (Motiven) einer Person und den Anreizen der Umwelt bzw. der Situation. Was braucht es denn noch? Wir motivieren unsere Kinder, Mitarbeiter, Chefs, Politiker oder neuerdings auch die Menschen die neu in unser Land kommen. Wir motivieren bis der Arzt kommt. Und es soll nicht reichen? Nicht genug sein, um hier in diesem reichen und fortschrittlichen Land sich “erfolgreich” schimpfen zu dürfen?

Genau, das ist nicht genug. Nichts wert. Motivation ist nur die halbe Miete.

Wieso Du nicht in den Flow Zustand kommst

Wieso Du nicht in den Flow Zustand kommst

Wir laufen oft wie Lemminge dem eigenen Abgrund entgegen. Wir verharren in Jobs die uns keinen Spaß machen, treiben Sport der uns frustriert oder führen Beziehungen die uns nicht glücklich machen. Gleichzeitig machen wir den Frust auf diese Erkenntnissen kaum Luft und fühlen uns wieder getrieben etwas tun zu müssen. Manchmal fehlen uns auch die Ziele, die Muße, die Zeit oder der Raum sich über die zentralen Fragen Gedanken zu machen. Wir wollen aber in den Flow Zustand im Job. Wir wollen einen Job der uns beflügelt und uns zu Mehr bringt. Zu mehr Freude, Anerkennung oder Geld. Zu mehr Freiraum, Freiheit oder Selbstbestimmung. Wir haben aber keinen Fahrplan! Der Zug ist schon weg oder kommt noch, wir wissen es nicht. Wir suchen, teilweise verzweifelt nach Lösungen und smarten Hilfen. Aber alles dreht sich nur um eine zentrale Frage, einen Punkt. Egal ob man Angestellter, CEO oder freischaffender Straßenmusiker ist. Alles fußt auf einer Frage, die wir mit aller Macht und Kraft umgehen.
Shownotes

Ist digital arbeiten erstrebenswert

Ist digital arbeiten erstrebenswert

Die Welt wird zunehmend digitaler, das dürfte wohl auch der oder die Letzte im Schwarzwald oder dem Allgäu mitbekommen haben. Nicht nur in der Freizeit sondern auch in der Arbeitswelt lebt der digitale Geist langsam auf. Es soll sogar Menschen geben, die eine Firma rein im Internet haben und außer digitalen Daten nichts generieren. Nicht mal Freude oder Nutzen. Nun seis drum, wie digital darf ein Sozialarbeiter, Coach oder sonst wer sein der eigentlich die Menschenrechtsflagge hochhält und eigentlich den Ausgegrenzten der Gesellschaft helfen sollte?. Wie digital ist so ein Alltag und ist es erstrebenswert?
Manchmal fragen mich die Leute wie und was ich eigentlich arbeite. Wenn ich es ihnen schlussendlich erzähle, wundern sie sich meistens über den hohen analogen Anteil des Digitalen Sozialarbeiters.

SoziFon #169 FridayNightTalk mit Hendrik Epe

FridayNightTalk mit Hendrik Epe

Wie kann Innovation in Sozialen Organisationen gelingen? Was ist Innovation überhaupt und ist sie auch gut für die Soziale Arbeit? Was machen Social Entrepreneure anders als die Sozialarbeiter der Neuzeit?
Hendrik Epe, Sozialarbeiter und Experte für Innovation in Sozialen Einrichtungen hatte spontan Zeit um über diese Themen mit mir zu sprechen. Ausgehend von den Überlegungen einer Disruptiven Sozialen Arbeit gestaltete sich das Gespräch am Freitagnacht dann doch nicht so punktgenau. Es ist ein breites Feld mit mannigfaltigen Hürden und Blockaden. Kann es sein, dass Innovation niemals vorgesehen war? Sind wir verdammt hinterher zu hinken?

 

 

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SoziFon #158 Bin ich eigentlich noch Sozialarbeiter

Bin ich eigentlich noch Sozialarbeiter

Die Frage ob man noch im Ursprungsberuf richtig ist kommt auf vielen Wegen. Was ist man wenn man einen Master hat, ist man dann noch Bachelor? Wenn man Sozialarbeiter mit Diplom ist und dann einen Master in Psychologie und danach ist man als freiberuflicher Dozent unterwegs. Was ist man dann? So begegnete mir auch die Frage erneut. Ein Freund und Studienkollege meinte neulich, ich würde ja nun keine Sozialarbeit mehr machen, eher so “gut Kohle” machen. Ja was soll man dazu sagen? Bin ich noch Sozialarbeiter oder doch Coach oder Unternehmer? Bin ich wie in NLP Kreisen häufig anzutreffen, ein Scanner? Fragen über Fragen.

 

 

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