Sie sind bei mir falsch

Sie sind bei mir falsch

Immer wieder begegnet mir der Satz, man sei falsch bei dem oder jenem. Es ist ein Satz der mehr Bedeutung und Tiefe hat als man im ersten Moment glauben mag. Mir begegnet dieser Satz schon lange, neuerdings jedoch gehäuft. Ob es nun die möglichen Klienten bei Entwicklungsbüro sind oder potentielle Auftraggeber für Media Sozial, ja es ist sogar so, dass selbst im Freizeitbereich die Leute oft bei mir falsch sind. Sie wollen Capoeira lernen, wollen Saltos lernen oder gekonnte Luftsprünge mit Kick. So viele sind einfach falsch bei mir. Macht mich das einsam? Wer kommt denn nun zu mir und wer ist wohl richtig? Diese Aussage, sie sind bei mir falsch, kam von meiner Lieblingsmetzgersfrau zu einer verwirrten Kundin. Wir sind so oft aus den richtigen Gründen bei der falschen Hilfe, manchmal auch aus den falschen Gründen bei der richtigen Hilfe. DIe Passgenauigkeit ist fast immer ausschlaggebend.

Die Halb-Zeiten sind angebrochen

Die Halb-Zeiten sind angebrochen

Wir leben in scheinbar halben Zeiten. Die Nachrichten sind voll von Halbwahrheiten, wir Menschen kommunizieren sehr auffallend häufig mittels Halbwissen und schlussendlich basieren unsere Überzeugungen und individuellen Weltsichten auf einem wackeligen Gebäude.

“…ich hab von einer Studie gehört.. oder Ein Professor aus Palo Alto sagte…”

Wir reflektieren unsere Informationen immer weniger und blasen unsere Alltagskommunikation unwahrscheinlich auf.

Ebenso gibt es die Halbexperten, wie ich sie gerne nenne. Die “In einem Wochenende ein Coachingbusiness” Leute, die den Markt überschwemmen. Es ist nicht überprüfbar ob das Bildungsinstitut Sonnenschein an der Mühlbrücke was seriöses ist oder doch lieber der Indigene-holistic Coach eher was für einen wäre. Mir scheint, die aufstrebenden Lifestylecoaches sind sehr diffus. Wie das aber nun mit dem Stillen eines Babys oder dem Smartphone von Kindern zusammenhängt erfahrt ihr nur beim zuhören.

Ich mach jetzt auch in nicht-sozial

Ich mach jetzt auch in nicht-sozial

Es ist ja immer so ein Ding mit dem Sozialen Sektor. Nicht nur dass die Eigenheiten des Sozialmarktes sehr speziell sind, auch die Menschen die in diesem Bereich arbeiten sind meist anders gestrickt. Soziale Einrichtungen sind aber denoch nicht in einer Blase und von der real existierenden Aussenwelt abgeschirmt. Nein auch in den Chefetagen der caritativen Organisationen wird heftigst über Digitalisierung und Social Media diskutuiert. Es gibt verschiedene Protagonisten die öffentlichkeitswirksam wahnsinnig geile Projekte starten und ebenso spitzen Social Media Arbeit leisten. Aber leider sind das die Ausnahmen. Die Regel ist eher ein “vorsichhinwursteln” und hoffen das der Hype des Internets langsam verschwindet. Ich verstehe das, man hat ganz andere Sorgen als freudig vor sich hin zu podcasten und zu schimpfen oder über agiles Irgendwas zu bloggen. Die meisten Sozis sind doch irgendwie an der Front. Da ist nix mit kreativ und mobile working. Ich habe das Gefühl, sehr viel von den Eigenheiten der Nichtdigitalisierung im Sozialen ist schiere Bequemlichkeit.

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Ich hätte gern mehr Zeit mit meiner Familie gehabt

Ich hätte gern mehr Zeit mit meiner Familie gehabt

Sehr viele Väter sagen, wenn man sie fragt was sie rückblickend anders machen würden, dass sie gern mehr Zeit für die Familie und weniger für den Job gehabt hätten. Heutzutage gibt es ja Elternzeit, auch für Väter. Das ist eine spitzen Errungenschaft und keine Selbstverständlichkeit. Nur wie organisieren Männer das? Ist es wirklich so easy die ersten Tage, Wochen ja vielleicht sogar Monate Zeit für die Familie zu haben? Wirkliche Zeit, keine “Auf dem Sprung” Zeit. Zeit für Nähe, spielen, und alles was man gerne tut. Ich bin gerne draußen und frühstücke gerne. Ich arbeite auch gerne und bin gern mobil und flexibel. Ich versuche ein “Zu viel ..” zu vermeiden. Zu viel Arbeit, zu viel Events, zu viel Socializing, zu viel Lärm.Aber Geld verdienen mag ich natürlich auch. Wie gestaltet sich aber heutzutage so ein digitales, mobiles, smartes (sozial) Business? Klappt das wirklich und kann man damit auch Geld verdienen?

 

Ich wär so gerne ein Preneur

Ich wär so gerne ein Preneur

Die letzten Jahre wächst eine neue Spezies in unserer Gesellschaft heran. Entrepreneure, Solopreneure, Sidepreneure, Mamapreneure, Papapreneure, Travelpreneure und was auch immer es noch für Preneure gibt, nennt sich das neue Phänomen der Selbständigkeit. Selbständige Arbeit scheint langsam en vouge zu werden. Scheiß auf Dienstwagen, Rentensicherheit, und Beamtung. Die neuen “Formate” stehen für Freiheit und Passion in der Arbeitswelt. Am Strand den nächsten E-Kurs erstellt oder im Basislager des Mount Everest noch die nächste Podcast Episode mobil produziert. Alles scheint möglich, alles ist möglich. Aber es gibt einen Haken. Viele wollen ihr Hobby zum Beruf machen und bedenken dabei nicht, dass sie dann kein Hobby mehr haben. Manchmal sollte Hobby, Hobby bleiben und Arbeit einfach Arbeit.

Aber wo bliebe dann der Spaß an der ganzen Sache? Wo wäre die eigene Kreativität, wenn sie nicht an solchen Stellen ausgelebt werden könnte? Arbeit kreativ zu sehen, das ist das wirklich Neue.

Im Gespräch mit dem Abstinenzcoach Frank Joseph

Im Gespräch mit dem Abstinenzcoach Frank Joseph

Nach all den Suchtthemen in letzter Zeit, freut es mich ausserordentlich nun ein angrenzendes Thema mit einem befreundeten Experten anzusprechen: Abstinenz. Experte auf diesem Gebiet ist Frank Joseph, Abstinenzcoach aus Ravensburg, und zu Gast in der heutigen Episode. Ich spreche mit Frank über seinen Weg zum eigenen Business, über Hindernisse, Straucheln und neue Hoffnungen und Wege. Er hat in den letzten Jahren an einem eigenen Konzept zur Abstinenzsicherung gearbeitet und entwickelt es kontinuierlich weiter.

Braucht es bei so einem hochprofessionalisierten Suchthilfesystem so ein Angebot überhaupt? Wer ist die Zielgruppe und was hat man von Franks Angeboten?

Eine äussers spannende Sendung über einen äusserst spannenden Menschen.

 

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Sozialarbeitsfront trifft Digitalen Nomaden

Sozialarbeitsfront trifft Digitalen Nomaden

Ich bezeichne meine Arbeit normalerweise nicht als Digitales Nomadentum. Ich bin ja grundständiger Sozialarbeiter oder auch Medien- und Bildungsmanager. Man könnte vielleicht bei den beiden Berufen vermuten das was Digitales in meiner Tätigkeit steckt. Auch arbeitet man als Sozialarbeiter klassisch an verschiedenen Orten wie den Wohnungen der Klienten, auf Sportplätzen oder auch gelegentlich in Cafés. Ortsunabhängig halt. Nun bin ich auch Unternehmer, was in Deutschland nicht ungewöhnlich ist, jedoch von einer Schaar Digitaler Nomaden exponentiell in den Sozialen Medien hochgehalten und gefeiert wird. Man arbeitet in Co-Working Spaces neuerdings, nimmt in Bali in der Hänematte noch schnell ein Webinar auf, am Strand von Miami noch die letzten Wörter im neuesten deep-social-impact-blogpost fertig geschrieben und schon ist man digitaler Nomade. Es geht nicht um Nutzen, Hilfe oder Beziehungsarbeit. Vieles wird reduziert auf gelegentliche Barcampkontaktmomente, auf die Häppchen in den Hotellobbys und feiern als wäre man der geilste Influencer von Europa. Es geht um e-Commerce, um e-Learning oder e-Coaching. Das “e” ist zum Symbol der Innovation geworden.

Was aber ist wenn diese beiden Welten aufeinandertreffen?

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Ich komm nicht mehr mit, mit der Digitalisierung

Ich komm nicht mehr mit, mit der Digitalisierung

Gerade stand ich beim Bäcker um mir meine Brezel zu holen, da tippt mich eine ältere Dame an und meint, ich kenne mich doch mit den Medien aus und so. Ja, ich kenne mich aus, meinte ich, ein wenig. Ihre Tochter hat ihr aufgeschrieben, sie müsse sich in Sachen Digitalisierung fit machen. Die gute Dame war lässige 70 und ich meinte, sie solle sich mal keine großen Gedanken machen. Aber was ist mit uns Jungen? Was ist mit unseren Eltern? Wo fängt Medienkompetenz, Medienbildung denn an und wo ist Digitale Informationskompetenz angesagt? Fragen und Unsicherheiten machen sich verständlicherweise breit. Soll ein 4 jähriger Junge ein iPhone 7 haben weil es so schon blinkt auf dem Retina Display und braucht Opa Hubert ein neues Tablet mit UMTS? Was brauchen wir? Ich schwenke mal um und offenbare meine Ohnmacht und wie ich mit der ganzen technischen Entwicklung umgehe.

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Digitale Drogenaufklärung

Digitale Drogenaufklärung

Simon Ruane betreibt seit einigen Jahren den Youtube Kanal “Open Mind”. Open Mind beschäftigt sich im engeren und weiteren Sinne mit Drogen, Drogenkonsum, Set und Setting. Also nicht mal so schlecht, wie man als aufgeklärter Bürger meinen mag. Simon testet verschiedene Substanzen, filmt sich dabei und gibt verschiedene Ratschläge zu allem möglichen rund ums betreffende Thema. Des weiteren beschäftigt er sich mit der aktuellen Gesetzeslage rund um das Thema Drogen und scheut sich nicht die blind-konservativen Dummschwätzer der CSU im Bundestag ihrer frechen Lüge zu entlarven. Simon ist 28, wohnt in München und macht der Sozialen Arbeit eine lange Nase. Wieso? Weil, wenn andere noch über “irgendwann realisierbare” Social Media Konzepte debattieren oder gar ihre chronische Unzufriedenheit über die aktuelle technische Entwicklung verlautbaren, macht Simon eigentlich unseren Job. Ein Beispiel aus 2017 wie sich die Soziale Arbeit abhängen lässt. Wenn wir über Fallzahlen und Rückfallstatistiken reden, schafft Simon für 250.000 Menschen eine Möglichkeit sich VORHER über einen ungefährlichen bzw. risikogeminderten Drogenkonsum, in einer Sprache die man versteht. Ohne Blingbling und Birkenstocklatschen.

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Danke für 20.000

Danke für 20.000

Liebe Hörer, Kollegen und Freunde,
ich möchte mich für die geknackte Marke von 20.000 Downloads von SoziFon bei Euch allen herzlich bedanken. Geknackt, naja, es war ja nie ein Ziel. Statistiken sind wie Fahnen im Wind, jedoch war für mich die Zahl 20.000, als ich neulich zum ersten mal die Webstatistik von SoziFon genauer betrachtete, ein sehr bewegender Moment. Das ist schon ne Hausnummer. Man kann natürlich die erhobenen Daten anzweifeln oder beliebige Dinge rausrechnen. Das ist klar und mir geht es weniger um eine Zahl sondern, dass ich Euch in einem so hohen Maße mit den Themen anspreche. Mir ist klar, dass das Format SoziFon sehr gewöhnungsbedürftig ist, irgendwie wie ich selbst vermute ich mal. Es ist halt mein Kanal und das ist auch ganz gut so. SoziFon darf sich verändern und wachsen, so wie alles wächst und gedeiht und vielleicht geschieht im Laufe dieses Prozesses Neues.
Über 220 Episoden in knapp einem Jahr, Interviews, die “täglich SoziFon” Challange, Gemeinschaftsepisode zum Jahresausklang, Audiokommentare und viele viele Themen die anprangerten, Mut machen sollten, inspirierten oder auch einfach nur Spaß machten. 222 Episoden aus meinem Leben als Sozialarbeiter, Coach & Unternehmer. Als Dozent, Begleiter, Trainer oder einfach nur als Privatmann.

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