SoziFon #179 Wir haben die Muße verloren

Wir haben die Muße verloren

Wenn wir am Freitag angekommen sind beginnt für Viele der Ausgleich. Wir nennen es oft Wellness, Freizeit oder auch Urlaub. Wir verlagern unseren kreativen Teil, den Teil der nichts will und nichts muss auf ein Andermal. Wir schöpfen Kraft aus Wellnesskaffee, Wellnesssocken undWellnesswochenenden. Wir verschenken Wellnessgutscheine zu Geburtstagen und trinken Wellnesstee in der 15 Minuten Frühstückspause. Wo aber ist unsere Muße hin? Die Muße eine Tätigkeit voller Liebe zu tun? Die Muße zu faulenzen, nichts zu tun? Wir fühlen uns nicht gut wenn wir an einem sonnigen Herbsttag auf dem Sofa liegen, wir sollten ja raus! Betätigung in der Arbeit und Betätigung in der Freizeit. Wo ist Ruhe in unserem Leben? Wo ist Muße in der Arbeit anzutreffen?

 

 

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SoziFon #175 Der Trump in uns

Der Trump in uns

Die USA hat ein neues Oberhaupt, ein neuer König ist gestern auf die Bühne der Weltpolitik gestiegen. Wir möchten diese neue Welt nicht wahrhaben, es scheint zu surreal was da gestern um 8:30 geschehen ist. Donald J. Trump soll die USA in neue Zeiten der Stärke führen. Und wir regen uns auf, sind bestürzt über die Bewegung der Abgehängten weltweit. Reicht es nicht das hierzulande die Afd mit einem Paukenschlag die behäbige Politikerwelt verunsichert? Wir wollen es nicht glauben und sind wütend über soviel Dummheit oder fehlendem Bewusstsein. Was aber ist es wirklich was wir an Trump so verabscheuen? Wenn wir mal die Fakten auf den Tisch legen, was wir persönlich da für ein Bild haben, in uns. Was ist das für ein Bild, was ist der Trump in uns? Wir alle schimpfen auf einen Clown, den Feind, die Lachnummer aber wieso? Wieso machen uns diese Menschen solche Angst? Was ist das für eine komische komplexe Welt in der wir an jeder Straßenecke einen Trump finden können und doch nur der eine ist der Antichrist?

 

 

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SoziFon #170 Die Vergangenheit loslassen

Die Vergangenheit loslassen

Gibt es Gott und ist das Leben von ihm vorgezeichnet? Haben wir uns das Leben hier und heute ausgesucht? Bewusste Entscheidung den Wahnsinn zu erleben? Gibt es vielleicht gar kein Karma und die Geistführer sind längst weg? Wir wissen es nicht und dies Unsicherheit spiegelt sich in unserem Selbst wieder.
Wenn wir an einer Vergangenheit festhalten, einer Definition unseres Selbst, sind wir diese Person auch heute, ohne Veränderung. Es ist dann unsere Sicht in die Welt. Wenn wir loslassen, kann was Neues kommen, eine neue Definition von Welt, Leben und Ich.

 

 

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SoziFon #151 Downshifting Wie Freunde zum Co-Coach werden können

Downshifting – Wie Freunde zum Co-Coach werden können

Wenn  wir im Bekannten- oder Freundeskreis Menschen haben die überarbeitet sind, eine Prozess des Downshiftings durchlaufen oder sich im Coaching befinden können wir sehr viel Unterstützung geben. Oft fragen mich Angehörige was sie machen können und wo sie eher ohnmächtig sind. Es ist seltsam, umgeben von Mittelstandsspielzeugen wie Thermomix und Kitchen Aid, von Audis A8 und Niederquerschnittsreifen sowie Urlaube in St. Barth und St. Moritz, kommen diese Fragen häufig auf. Das ständige Bestreben das Gleiche zu haben wie die Kumpels, das Wetteifern um die neueste Gucci Handtasche ist es was subtil wirkt und bei Burnout Klienten fast immer anzutreffen ist: Ein Freundeskreis der diese Nehmen-Mentalität hat, die nach einem permanenten Mehr strebt, die höher will und weniger Energie dazu benötigt. Da fängt es an zum Co-Coach zu werden, da fangen wir an Verantwortung zu übernehmen.

 

 

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SoziFon #137 Der Reichtum der Tiefe

Der Reichtum der Tiefe

Wir sind so verhaftet in unseren Glaubenssätzen, dass wir es selten überhaupt merken wie wir langsam auf den eigenen Kollaps zu fahren. Wir sind getrieben von mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Lifestyle, mehr Annehmlichkeiten und mehr Sicherheit. Es ist ein neuer Gott der uns treibt und zieht. Es ist wie die Möhre und der Esel, nur das wir der Esel sind. Wir wollen mehr und mehr und fragen uns nicht wirklich wie man aus der Schlinge der Karrierefalle entkommen kann. Es sind oft die Verpflichtungen, die Rechnungen oder sonstige Umstände die uns verharren lassen. Es scheint keinen Ausweg zu geben außer Auswanderer zu mimen und sich von RTL2 dabei filmen zu lassen. Wo geht es hin wenn nicht hoch?

 

 

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SoziFon #123 Der Wunsch nach Unabhängigkeit

Der Wunsch nach Unabhängigkeit

Der moderne Mensch ist von vielen Dingen abhängig, oder glaubt zumindest, davon abhängig zu sein. Unabhängigkeit bedeutet, von anderen nicht abhängig zu sein und sich losgelöst zu fühlen. Unabhängigkeit kann sich auf ein Land beziehen, auf eine Gruppe von Menschen, auf ein bestimmtes Denken und auf einen einzelnen Menschen.  Manche Menschen haben einen großen Drang nach Unabhängigkeit: Sie können deshalb kein normales Arbeitsleben führen, da sie sich zu sehr eingebunden fühlen. Selbst die Tätigkeit als Selbständiger kann manchen Menschen zuviel Eingrenzung ihres Unabhängigkeitsdranges bedeutet. Sie haben dementsprechend einen ausgeprägten Freiheitsdrang.  Man kann auch große Unabhängigkeit im Denken besitzen, d.h. von anderen wenig beeinflussbar sein. Das kann einen frei machen, aber auch verletzlich und einsam.
Sind wir alle denn so selbstverwirklicht, dass die Wellness- und Berufungsindustrie kausal erklärbar ist? Oder sind wir in so hohen Maße unfrei das es nur eine Waage ist, ein Ausgleich zur wahrnehmbaren Unfreiheit?

 

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SoziFon #096 Das Netz zu einem guten Ort machen

Das Netz zu einem guten Ort machen

Die letzten Tage und Wochen wurde ich fast überschwemmt mit positiven Nachrichten. Man solle den Tag genießen, das Leben, jeden Morgen, man solle Freude im Job und mit dem Partner haben, alles schätzen und lieben lernen. So kam mir das auf jeden Fall vor. Ein für mich nicht sichtbarer Impuls ging durch eien Teil der Netzgemeinde. Ein Mann hatte sich umgebracht, viele trauerten digital und initiierten positiv ausgerichtete Blogeinträge. Alles war auf einmal so shiny. Ich hab das erstmal nicht verstanden, vielleicht verstehe ich das bis heute nicht. Bin ich an einem Ort unterwegs der nicht gut ist? Wenn wir ihn zu einem guten Ort machen sollen, muss er zwangsläufig schlecht sein. Das Netz zu einem guten Ort machen. Aha. Ich gehe auf eine Spurensuche. Eine motivationale Spurensuche. Ist der Ort Internet schlecht? Ist diese positivistische Masche ein Zeichen von Unsicherheit und Unechtheit? War der einzelne Freitod ein Signal? Sich wir Sozialarbeiter nicht schon eh die Gutmenschen in Person? Dann auch noch das Internet befrieden? Also was nun? Continue reading “SoziFon #096 Das Netz zu einem guten Ort machen”

SoziFon #071 Von der falsch gelebten Weiblichkeit

Von der falsch gelebten Weiblichkeit

Frauen sind anders als Männer, das ist wohl auch den Letzten klar. Frauen fühlen anders, Frauen denken oft anders und doch schleicht sich eine feminine Haltung ein die gar nicht so feminin ist wie sie scheint. Frauenquoten, Frauen als Sexobjekte in den Medien, Frauen als Beschützerin der Familie oder Frauen als Schöpferinnen des Lebens. Woran orientieren sich Frauen in ihrer Rollenfindung. Es ist alles konvergent, alles vermischt sich und Grenzen zerfließen. Dies hat aber erhebliche private wie auch gesellschaftliche Folgen. Wenn sich junge Mädchen fragen was denn Weiblichkeit ist, was antworten wir darauf? Wo werden weibliche Werte vermittelt? Ist es weiblich und fortschrittlich als Frau auf einer Ölplattform als Mechanikerin zu arbeiten oder als Soldatin in Krisengebieten sich hinter Häusern zu verschanzen um mit MG Salven belagert zu werden?

 

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SoziFon #070 Von der falsch gelebten Männlichkeit

Von der falsch gelebten Männlichkeit

Wir leben in komischen Zeiten. Männer werden immer weiblicher und Frauen irgendwie immer männlicher. Frauenquote, Nein heißt nein Gesetze, Bundekanzlerin sind nur eine Seite der Medallie. Wir haben Mänenr als Sextoys, Samenspender oder als Geldbeschaffer akzeptiert und lieben gelernt. Ich meine, wer will nicht der große Frauenbeglücker sein? Aber woher kommt diese Entwicklung hin zu einer Femokratie? Männer haben den Krieg angezettelt, kamen daraus nicht lebend zurück, die RAF war Männerdominiert, die Finanzkrise… Männer waren das, Armut und Elend… eindeutig.. Männer. Gewalt in der Familie… ganz klar Männer.

Männer sind die Loser. Continue reading “SoziFon #070 Von der falsch gelebten Männlichkeit”

SoziFon #064 Nimm den Deckel von der Kiste

Nimm den Deckel von der Kiste

Als wir klein waren, war die Welt sehr groß. Schon als wir von einem Zimmer ins nächste gekrabbelt sind haben sich schon unsere Kreise geweitet. Als wir dann Fahrrad fahren gelernt haben merkten wir wie viel größer die Welt plötzlich ist. Nun sind wir groß und fliegen um die Welt und es erscheint die Besiedelung des Mars im Raum. Und auf einmal im Leben, bei jedem irgendwie anders, kommen Zweifel auf. Will ich mal nach New York oder ist mir das dort schon mal viel zu groß und zu hektisch? Und auf einmal wird die Welt kleiner. Wir wollen nur den Job, mit den Modalitäten, nur die Frau mit der Körbchengröße und wieder schrupfen die Kreis und die Welt wird kleiner. Bis wir unsere Welt in einer Kiste haben. In unserer Kiste. Wir haben viele Kisten. Im Job, in der Beziehung, im Denken. Überall. Und wir richten uns ein in diesen Kisten, tragen sie mit uns rum und versuchen teilweise Andere in diese Kisten einzuladen.

Macht die Deckel auf!

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