Suchtprävention in Deutschland – Was nichts kostet ist nichts wert

Suchtprävention in Deutschland – Was nichts kostet ist nichts wert

Sucht- / Drogenprävention schreiben sich so einige Organisationen der Sozial- und Gesundheitsbranche immer wieder auf ihre Fahnen. Sei es die Polizei, Krankenkassen, Drogenberatungsstellen oder auch neuerdings Banken. Man will ja Gutes tun. Corporate social responsibility nennt man das ganz im anglizistischem Neudeutsch. Ausgetragen werden diese Präventionsmaßnahmen hauptsächlich in Schulen, Jugendzentren oder Vereinen. Also da wo man meist Jugendliche oder Kinder antrifft. Dann kommt der gute Polizeibeamte mit seiner Powerpoint und erzählt aus Sicht der Polizei, was die Jugendlichen besser nicht tun sollten: Drogen nehmen. Oder es kommt die Psychologin der hiesigen Suchtberatungsstelle und macht ganz in sozialarbeiterischer Manier mit tollen Kärtchen, Smilies und Stuhlkreis ein emotionales Fass auf. Meist geht es da auch recht verbotsmäßig zu. Und dann gibts da noch die wenig beachtete Gruppe der Ex-User. Die werden gerne gesehen, weil, die haben es ja wirklich erlebt. Finanziert werden die ersten beiden Protagonisten (Polizei, etc.) von den jeweiligen Arbeitgebern. Der Ex-User hat da eher das Nachsehen und darf sich nach 6 stündigem Seelenstrip vor 500 Pubertierenden mit einem feuchen Händedruck und einem Kaffee zufrieden geben. Wir reden hier von, sagen wir mal grob 150-200 € für einen Vormittag und Ex-User. An- und Abreise müssen natürlich selbst getragen werden.

Irgendwie ein nicht tragbarer Zustand.

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Ich komm nicht mehr mit, mit der Digitalisierung

Ich komm nicht mehr mit, mit der Digitalisierung

Gerade stand ich beim Bäcker um mir meine Brezel zu holen, da tippt mich eine ältere Dame an und meint, ich kenne mich doch mit den Medien aus und so. Ja, ich kenne mich aus, meinte ich, ein wenig. Ihre Tochter hat ihr aufgeschrieben, sie müsse sich in Sachen Digitalisierung fit machen. Die gute Dame war lässige 70 und ich meinte, sie solle sich mal keine großen Gedanken machen. Aber was ist mit uns Jungen? Was ist mit unseren Eltern? Wo fängt Medienkompetenz, Medienbildung denn an und wo ist Digitale Informationskompetenz angesagt? Fragen und Unsicherheiten machen sich verständlicherweise breit. Soll ein 4 jähriger Junge ein iPhone 7 haben weil es so schon blinkt auf dem Retina Display und braucht Opa Hubert ein neues Tablet mit UMTS? Was brauchen wir? Ich schwenke mal um und offenbare meine Ohnmacht und wie ich mit der ganzen technischen Entwicklung umgehe.

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Digitale Drogenaufklärung

Digitale Drogenaufklärung

Simon Ruane betreibt seit einigen Jahren den Youtube Kanal “Open Mind”. Open Mind beschäftigt sich im engeren und weiteren Sinne mit Drogen, Drogenkonsum, Set und Setting. Also nicht mal so schlecht, wie man als aufgeklärter Bürger meinen mag. Simon testet verschiedene Substanzen, filmt sich dabei und gibt verschiedene Ratschläge zu allem möglichen rund ums betreffende Thema. Des weiteren beschäftigt er sich mit der aktuellen Gesetzeslage rund um das Thema Drogen und scheut sich nicht die blind-konservativen Dummschwätzer der CSU im Bundestag ihrer frechen Lüge zu entlarven. Simon ist 28, wohnt in München und macht der Sozialen Arbeit eine lange Nase. Wieso? Weil, wenn andere noch über “irgendwann realisierbare” Social Media Konzepte debattieren oder gar ihre chronische Unzufriedenheit über die aktuelle technische Entwicklung verlautbaren, macht Simon eigentlich unseren Job. Ein Beispiel aus 2017 wie sich die Soziale Arbeit abhängen lässt. Wenn wir über Fallzahlen und Rückfallstatistiken reden, schafft Simon für 250.000 Menschen eine Möglichkeit sich VORHER über einen ungefährlichen bzw. risikogeminderten Drogenkonsum, in einer Sprache die man versteht. Ohne Blingbling und Birkenstocklatschen.

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Danke für 20.000

Danke für 20.000

Liebe Hörer, Kollegen und Freunde,
ich möchte mich für die geknackte Marke von 20.000 Downloads von SoziFon bei Euch allen herzlich bedanken. Geknackt, naja, es war ja nie ein Ziel. Statistiken sind wie Fahnen im Wind, jedoch war für mich die Zahl 20.000, als ich neulich zum ersten mal die Webstatistik von SoziFon genauer betrachtete, ein sehr bewegender Moment. Das ist schon ne Hausnummer. Man kann natürlich die erhobenen Daten anzweifeln oder beliebige Dinge rausrechnen. Das ist klar und mir geht es weniger um eine Zahl sondern, dass ich Euch in einem so hohen Maße mit den Themen anspreche. Mir ist klar, dass das Format SoziFon sehr gewöhnungsbedürftig ist, irgendwie wie ich selbst vermute ich mal. Es ist halt mein Kanal und das ist auch ganz gut so. SoziFon darf sich verändern und wachsen, so wie alles wächst und gedeiht und vielleicht geschieht im Laufe dieses Prozesses Neues.
Über 220 Episoden in knapp einem Jahr, Interviews, die “täglich SoziFon” Challange, Gemeinschaftsepisode zum Jahresausklang, Audiokommentare und viele viele Themen die anprangerten, Mut machen sollten, inspirierten oder auch einfach nur Spaß machten. 222 Episoden aus meinem Leben als Sozialarbeiter, Coach & Unternehmer. Als Dozent, Begleiter, Trainer oder einfach nur als Privatmann.

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Digitale Coachingkonzepte – Ein Seminarrückblick

Digitale Coachingkonzepte – Ein Seminarrückblick

Ich möchte heute einen kleinen Rückblick auf das Seminar letztes Wochenende wagen. Digitale Coachingkonzepte als 24 Std. Seminar an drei Tagen für Studierende im ersten Semester der Sozialen Arbeit. Man könnte meinen, dass das Seminar ein bisschen zu früh angesiedelt ist oder die zu vermittelnden Inhalte noch nicht in ihrer Gänze überrissen werden können. Ja, das kann sein. Mein Erleben ist allerdings ein ganz anderes.

Ich habe das Seminar über die letzten 4 Jahre permanent weiterentwickelt. Von “E-Coaching, Mobile Coaching & Blended Coaching” hin zu dem was es heute ist. Es ist ein Einblick in meinen Alltag, in meine Art sozialarbeiterisch zu arbeiten, ja irgendwie in mein Mindset. Für Erstsemester ist es glaub eh schwer meinem Redefluss  zu folgen hab ich schon oft gedacht und bin immer wieder beruhigt nach Hause gefahren und wurde eines Besseren belehrt. Es wächst eine neue, mutigere und kritischere Generation Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter heran. Geil!

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Überall Alte Säcke

Überall Alte Säcke

Wohin wir auch schauen, wir finden überall Alte Säcke vor. Alte Säcke Politik, Alte Säcke Sozialarbeit, Alte Säcke Bildung, Alte Säcke Wirtschaft, Alte Säcke Freizeit, Alte Säcke Urlaub und als wenn es noch nicht genug wäre damit, Alte Säcke Denken wohin man auch schaut. Alte Säcke sind wie eine Pest. Alte Säcke sind weder Männer noch Frauen, noch Weiße oder Schwarze, noch Christen, Muslime oder Hindus. Alte Säcke tragen Anzüge, Abendkleider, Jeans und Jogginghosen. Sie schminken sich, machen Selfies, podcasten oder  posten lustige Kuchenbackvideos in den Social Networks. Alte Säcke beherrschen die Hinterzimmer, die Vorderzimmer und aber keinesfalls die Frauenzimmer. Alte Säcke sind nicht androgyn oder transamorös. Sie sind die Finanzbeamten, die Sozialarbeiterinnen, die Rektoren und Vorstandschefs. Die alten Säcke sind die Vorarbeiter mit Fleischkäsbrötchen und die Sekretärinnen beim Architekt. Sie sind überall. Sie sind in Dir.

Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten

Es ist die letzte Sendung vor Weihnachten und ich möchte Danke sagen. Danke an all die Menschen die für und mit Menschen arbeiten. Danke an die Soziale Arbeit, danke an die Menschen im Gesundheitswesen, danke an die vielen Lehrerinnen und Lehrer, Hochschuldozenten, Professoren und Geburtshelferinnen. Danke an die Hebammen, die Ärzte, die Streetworker, Altenpflegerinnen und Heilerziehungspfler. Danke an die Pfarrer, Mönche, Zen-Buddhisten und Esotherikerinnen. Danke an die Psychotherapeuten, Erotherapeutinnen und Logoädinnen. Danke an die Ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer, den Bufdis und FSJlerinnen, Danke an die Praktikanten, Studenten und Auszubildende. Danke für die vielen Stunden für eine gute Welt.

Schöne Weihnachten Euch!

Vertraut Euren Studenten

Vertraut Euren Studenten

Es ist als Dozent nicht leicht das Zepter aus der Hand zu geben, schließlich hat man für das Zepter ja lange geschuftet. Das Zepter ist oft der Frontalunterricht, die Vorlesung oder das Seminar das man gestaltet. Da hält man das Wissen, das Zuvermittelnde in den eignen Händen und kann mit Tafelkreide oder Whiteboardmarker die Erkenntnisse den jungen Novizen erklären. Ich habe versucht die ganze Vorlesung mal neu zu denken als ich vor knapp einem Jahr frustriert vor den Klausuren saß. Neben dem Konzepts des Invertes Learnings kam auch noch eine weitere Sache dazu, das Präsentieren von Erkenntnissen oder Ergebnissen. Auch hier halten Dozenten und Professoren das Zepter in der Hand, oft jeden Falls. Was und wie zu recherchieren ist, wie zusammenzufassen gestaltet sein soll und wie schlussendlich präsentiert wird, unterliegt doch häufig den Vorgaben des Lehrenden. Was aber wenn sie freigelassen? Was aber wenn alles an Lehre umgeschmissen wird was bisher so traditionell war?

 

 

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Was bringt die ganze Digitalisierung der Sozialen Arbeit

Was bringt die ganze Digitalisierung der Sozialen Arbeit

Neulich ist mir eine seltsame Frage begegnet. Bei all den Digitalisierungsbestrebungen vergessen wir oft die Mama die Sozialarbeiterin ist. Die Tante die in der Wohngruppe mit über 50 noch rackert. Was bringt dieser Fachkraft dieser ganze Quatsch mit der Digitalisierung? Was hat eine Fachkraft Ü50 für Bestrebungen oder welchen Nutzen sich in Facebook Gruppen zu engagieren? Was kann Sie aus Twitterfeeds und Podcast Abos für sich raus ziehen? Sind jetzt die schönen Sozikonferenzen in Bad Wörrishofen und Jena Vergangenheit? Das war doch so toll beim Kaffee, damals. Sollen nun die Wohngruppenleiter Webinare abhalten oder nur noch über Instagram Stories ihre Klienten kontaktieren? Ist Beziehung aufbauen, eine neue Kompetenz mit neuen Rahmenbedingungen?

 

 

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SoziFon #180 Ein subjektiver Zwischenstand der Inverted Learning Vorlesung

Ein subjektiver Zwischenstand der Inverted Learning Vorlesung

Wir hatten Halbzeit im Turnus der Vorlesung Kultur, Ästhetik, Medien. Halbzeit des Inverted Learning Konzepts. Halbzeit um mal kurz durch zu schnaufen. Ich möchte ganz unwissenschaftlich, ganz ohne Fragebogen oder narrative Interviews einen Zwischenstand mitteilen. Was ist passiert durch das Konzept und was ist eher nicht passiert? Was war anders und was war überraschend? Es ist aus meiner Sicht wahrscheinlich anders als aus studentischer Sicht. Aber die kommt ja am Schluss, als Sahnehäubchen. Seid gespannt!

 

 

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