SoziFon #111 (Buchvorstellung) Momo

(Buchvorstellung) Momo

Viele haben das Buch “Momo” von Michael Ende gelesen. Einige haben es sogar verstanden und wenige haben die ganze Tiefe dieses Werks erfasst. Momo, 1973 zum ersten Mal erschienen und seit dem in 40 Sprachen übersetzt, erzählt die Geschichte des Mädchens Momo. Sie ist auf einmal da, lebt in einem verlassenen Amphietheater und hat zwei richtig gute Freunde. Das Buch handelt von den grauen Männern in ihren schicken Autos die den Menschen Zeit rauben. Ja irgendwie geben die Menschen ihnen gerne ihre Zeit.

Was finden sich hier für philosophische Schätze zwischen zwei Buchdeckeln. Michael Ende hat die Zeichen der Zeit erkannt und hält jedem von uns den Spiegel vor. Aus der Idylle wird das Grauen. Nicht umsonst sind es “graue Herren” die den Menschen ihren Lebenssaft rauben: die Zeit. “Täglich wurden im Rundfunk, im Fernsehen und in den Zeitungen die Vorteile neuer zeitsparender Einrichtungen erklärt und gepriesen, die den Menschen dereinst die Freiheit für das richtige Leben schenken würden”. So wird Gigi zum Lügner, der Geschichten plagiiert. So werden die Kinder zu “Lochkarten” die in Depots sicher verwahrt werden. So wird aus Beppo ein Fall für die Psychiatrie. (lovelybooks.de)

Aktueller den je scheint dieses “Kinderbuch” zu sein. Kapitalismus/Geldkritik, Kuturkritik und eine saftige Portion Gesellschaftskritik. dazu Symbole und Analogien die so tief in unserer Menschheitsgeschichte zurückrechen, dass man sich schon sehr wundern muss das es ein Kinderbuch sein soll.

Ich habe ein besondere Beziehung zu diesem Buch. Ich las es während meiner Therapiezeit 2001/2002 insgesamt 4x. Zusammen mit einem Philosophen diskutierten wir die Bilder, Pasagen und die ganzen Teilaussagen. Ein absoluter Tip.

Shownotes

Momo (Amazon)

 

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