Jahrbuch Sucht 2017

Jahrbuch Sucht 2017

Wir steuern in eine ungewisse Zukunft höre ich immer öfter von Nachbar und Freunden. Gemeint sind damit wohl die äußeren Begebenheiten wie Häusle bauen oder Urlaube oder sogar der Kauf des neuen Smartphones P10 für 900€. Alles scheint unsicher. Abhilfe schaffen da die handelsüblichen Methoden wie Drogenkonsum oder nichtstoffliche Trends wie Zocken und Glücksspiel. Die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen hat die Lage der süchtigen Nation mal in einem schicken Buch zusammengestellt und macht jetzt kräftig Bambule. Kräftig in Bezug auf öffentlicher Wahrnehmung. So hat es diese alarmierende Nachricht, in ganzen 79 Sekunden beim Bayrischen Rundfunk Gehör gefunden und bei einschlägigen Webseiten wie Focus und Zeit doch einen netten Bericht dazu. Alarm? Unsicherheit? Achwas, alles ok. Nur Medikamente nehmen wir halt zuviel. Es ist mehr als alarmierend, es betrifft jeden. Auch Dich!

Shownotes:

Daten & Fakten aus der Presseerklärung der DHS

 

(Quelle: http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/PM_Daten_und_Fakten_oS.pdf)

Alkohol
  • Daten und Fakten Alkohol Im Jahr 2015 wurde in Deutschland mit 9,6 Liter reinem Alkohol ebenso viel getrunken wie im Jahr zuvor
    • Berücksichtigt man, dass der meiste Alkohol in Deutschland von 15- bis 65-Jährigen getrunken wird, erreicht der Durchschnittskonsum der Bevölkerungsmehrheit 14,6 Liter Reinalkohol.
  • unverändert auf sehr hohem Niveau
  • insgesamt 3,38 Mio. Erwachsene in Deutschland von einer alkoholbezogenen Störung in den letzten zwölf Monaten betroffen (Missbrauch: 1,61 Mio.; Abhängigkeit: 1,77 Mio.)
  • Die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (F 10)“ wurde im Jahr 2015 mit 326.971 Behandlungsfällen als zweithäufigste Einzeldiagnose in Krankenhäusern gestellt
    • Bei Männern war dies die häufigste Hauptdiagnose in Krankenhäusern (238.747 Behandlungsfälle).
  • 74.000 Todesfälle werden jährlich durch Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht.
  • Mit 21.907 Patienten zwischen zehn und 19 Jahren lag die Zahl nur 2,2 % unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zur Behandlungszahl des Jahres 2000 (ca. 9.500 Behandlungsfälle) entspricht das immer noch einer Steigerung von 130,3 %
  • die direkten und indirekten Kosten des Alkoholkonsums in Deutschland auf rund 40 Mrd. Euro. Dem stehen Einnahmen des Staates aus alkoholbezogenen Steuern von nur 3,191 Mrd. Euro (2015) gegenüber.
  • Die Ausgaben für Alkoholwerbung in TV, Rundfunk, auf Plakaten und in der Presse belaufen sich 2015 auf 544 Mio. Euro, ungeachtet der Ausgaben für Sponsoring und Werbung im Internet
Tabak und E-Zigaretten
  • Es wurden in Deutschland 75.016 Millionen Zigaretten konsumiert. Im Vergleich zu 81.267 Millionen Stück im Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 7,7 %.
  • Jede/r achte Deutsche ab 14 Jahren (11,8 %) hat schon einmal E-Zigaretten probiert. Bei Männern lag der entsprechende Anteil mit rund 15 % gegenüber 9 % deutlich höher als bei Frauen. Bei einem Großteil blieb es jedoch bei einmaligem Konsum: lediglich 1,4 % aller Personen verwendeten E-Zigaretten aktuell zum Zeitpunkt der Befragung, 2,2 % haben in der Vergangenheit regelmäßig E-Zigaretten genutzt.
Psychotrope Medikamente
  • Im Jahre 2015 wurden in der Bundesrepublik Deutschland rund 1,47 Milliarden Arzneimittelpackungen verkauft.
    • 4 % – 5 % aller verordneten Arzneimittel besitzen ein eigenes Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial, darunter vor allem die Schlaf- und Beruhigungsmittel mit Wirkstoffen aus der Familie der Benzodiazepine und der Benzodiazepinrezeptoragonisten.
  • Die verkauften Benzodiazepine reichen immer noch aus, um etwa 1,2 – 1,5 Millionen  Abhängige von diesen Arzneimitteln zu versorgen. Die Gesamtzahl der  Arzneimittelabhängigen wird auf bis zu 1,9 Millionen geschätzt.
Illegale Drogen
  • Cannabis in allen Altersgruppen die am weitesten verbreitete illegale Droge und wurde von 7,3 % der Jugendlichen und 6,1 % der Erwachsenen im Zeitraum der letzten 12 Monate konsumiert.
Pathologisches Glücksspiel
  • Die Lebenszeit- und 12-Monats-Prävalenz der Teilnahme an Glücksspielen ist in der Bevölkerung seit 2009 von 87,1 % bzw. 53,8 % auf 77,6 % bzw. 37,3 % im Jahr 2015 zurückgegangen. Nach aktueller Studienlage ist in 2015 bei 0,42 % der bundesdeutschen Bevölkerung (241.000 Personen) ein problematisches Spielverhalten und bei 0,37 % (215.000 Personen) ein pathologisches Spielverhalten erkennbar.
Fazit
Alkohol : 3,38 Mio. Erwachsene in Deutschland von einer alkoholbezogenen Störung,  Missbrauch: 1,61 Mio.; Abhängigkeit: 1,77 Mio. = Gesamt: 6,76. Mio
Tabak und E-Zigaretten: Rückgang um 7,7 %
Psychotrope Medikamente: Gesamtzahl der  Arzneimittelabhängigen wird auf bis zu 1,9 Millionen
Illegale Droge: mehr als jeder vierte Erwachsene (28,2 %) wenigstens einmal im Leben eine illegale Droge konsumiert hat, bei den Jugendlichen ist es jeder Zehnte (10,2 %).
Pathologisches Glücksspiel: ca. 450.000

 

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