Wieso die Digitalisierung das Ende des Menschen bedeuten könnte

Wieso die Digitalisierung das Ende des Menschen bedeuten könnte

Wir haben langsam verstanden, dass Gene unser Vermächtnis an die nachkommende Generation sind. Wir geben das Beste von uns weiter, nicht bewusst und nicht über Nacht. Ganz langsam und über Tausende oder Millionen Jahre hinweg werden wir besser. Darwin hat es uns erzählt, hat eine Richtung gewiesen. Die Nazis haben sich damals dieser (und weiterer) schönen Theorien bedient und so hingebastelt, dass die Arier seit den 1930er Jahren das höchste allen Lebens seien. Gene geben Informationen weiter. Aber auch eine kinderlose Schriftstellerin kann Informationen an die Nachwelt weitergeben. Sie kann Bücher schreiben die ganze Generationen bewegen. Dies geschah erstmalig durch einen Affen vor vielen Jahrtausenden. Die Weitergabe von Gedankeninhalten. Meme genannt.

Nun sind wir an einem Punkt angekommen wo es uns als Gen- oder Memvehikel nicht mehr braucht (oder fast nicht mehr). Wir überlasen Smart living, Google oder Amazon die Selektion. Wir geben nach Millionen Jahren der Evolution das Ruder aus der Hand, das erste Mal seit bestehen unsere Spezies.

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Die Subspießer

Die Subspießer

Drogenkonsumenten bezeichnen sich ja gerne als Kämpfer gegen das Spießertum. Spießer sein ist quasi das Ende, der Tod oder sowas wie ein verlorenes Spiel. Als Drogenkonsument sieht man die Welt mit einem “erweiterten Bewusstsein” oder was man dafür hält und weil man ja erweitert ist, ist man automatisch kein Spießer mehr. Man sieht die Welt anders und neu. Man ist sozusagen der Antispießer. Aber irgendwie stimmt das Bild nicht. Wikipedia sagt dazu:

“Als Spießbürger oder Spießer werden in abwertender Weise engstirnige Personen bezeichnet, die sich durch geistige Unbeweglichkeit, ausgeprägte Konformität mit gesellschaftlichen Normen, Abneigung gegen Veränderungen der gewohnten Lebensumgebung und ein starkes Bedürfnis nach sozialer Sicherheit auszeichnen.”

Als Kiffer will man keinen Alkohol und auch kein LSD es muss das Gras sein, das Lemon Haze #420 mit den besonderen Duft im Abgang. Es muss das Heroin aus Guatemala oder Thailand sein. Kein Spießer-Methadon vom Arzt. Irgendwie engstirnig. Auch die ausgeprägte Konformität mit gesellschaftlichen (Subkultur-)Normen ist nicht zu übersehen. Ich bin der Spießer vor dem ich ein Leben lang wegrannte. Scheiße

Wielange müssen SIE durchhalten?

Wielange müssen SIE durchhalten?

Wir sind fast täglich in der Situation nach Hilfe suchen zu müssen. Wenn wir nicht mehr weiter wissen, wenn wir einen Experten brauchen, wenn jemand einfach mehr Erfahrung hat. Das passiert jeden Tag in unseren Firmen und Teams. Wir lernen langsam auszugliedern, outsourcing betreiben nennt man das dann. Wir outsourcen immer mehr und öfter. Wir sind in dieser Mehtode langsam firm. Was ist aber wenn wir nach innen schauen und dort Hilfe brauchen? Was ist wenn wir einen Experten brauchen aber den Glaubenssatz “Ich schaffe alles alleine..” pflegen? Wir sind es nicht gewohnt bei inneren Angelegenheiten Hilfe anzunehmen oder nur HIlfe die wir kennen (auch wenn die Hilfe die falsche darstellt). Wir sind kein Volk der Lifecoaches oder Wellnessberater. Wir halten lieber durch bis… ja bis was?

 

p.s. Die Episode wurde mit einem neuen Mikrofon aufgenommen. Bitte die drei Interferenzen zu entschuldigen, rausschneiden ging nicht ohne den Sinn des Satzes zu verlieren.

 

Shownotes

Inneres Team

Sie sind bei mir falsch

Sie sind bei mir falsch

Immer wieder begegnet mir der Satz, man sei falsch bei dem oder jenem. Es ist ein Satz der mehr Bedeutung und Tiefe hat als man im ersten Moment glauben mag. Mir begegnet dieser Satz schon lange, neuerdings jedoch gehäuft. Ob es nun die möglichen Klienten bei Entwicklungsbüro sind oder potentielle Auftraggeber für Media Sozial, ja es ist sogar so, dass selbst im Freizeitbereich die Leute oft bei mir falsch sind. Sie wollen Capoeira lernen, wollen Saltos lernen oder gekonnte Luftsprünge mit Kick. So viele sind einfach falsch bei mir. Macht mich das einsam? Wer kommt denn nun zu mir und wer ist wohl richtig? Diese Aussage, sie sind bei mir falsch, kam von meiner Lieblingsmetzgersfrau zu einer verwirrten Kundin. Wir sind so oft aus den richtigen Gründen bei der falschen Hilfe, manchmal auch aus den falschen Gründen bei der richtigen Hilfe. DIe Passgenauigkeit ist fast immer ausschlaggebend.

Ich mach jetzt auch in nicht-sozial

Ich mach jetzt auch in nicht-sozial

Es ist ja immer so ein Ding mit dem Sozialen Sektor. Nicht nur dass die Eigenheiten des Sozialmarktes sehr speziell sind, auch die Menschen die in diesem Bereich arbeiten sind meist anders gestrickt. Soziale Einrichtungen sind aber denoch nicht in einer Blase und von der real existierenden Aussenwelt abgeschirmt. Nein auch in den Chefetagen der caritativen Organisationen wird heftigst über Digitalisierung und Social Media diskutuiert. Es gibt verschiedene Protagonisten die öffentlichkeitswirksam wahnsinnig geile Projekte starten und ebenso spitzen Social Media Arbeit leisten. Aber leider sind das die Ausnahmen. Die Regel ist eher ein “vorsichhinwursteln” und hoffen das der Hype des Internets langsam verschwindet. Ich verstehe das, man hat ganz andere Sorgen als freudig vor sich hin zu podcasten und zu schimpfen oder über agiles Irgendwas zu bloggen. Die meisten Sozis sind doch irgendwie an der Front. Da ist nix mit kreativ und mobile working. Ich habe das Gefühl, sehr viel von den Eigenheiten der Nichtdigitalisierung im Sozialen ist schiere Bequemlichkeit.

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Neues Leben

Neues Leben

Ich bin wieder Vater geworden. Das ist ja schön aber wieso gibt es darüber eine SoziFon Episode? Es soll heute nicht um meine Tochter gehen oder mich als Vater der ja jetzt Windeln wechselt und nur noch Dadadada rausbekommt. Es soll um meinen Weg der Vaterschaft gehen, wie es vor 19 Jahren war und wie es heute ist. Es ist eine emotionale Resumeeepisode über Glaubenssätze, schlechte und gute Väter, Ansprüche an das Leben und neue Chancen.

 

Danke für die vielen Glückwünsche über alle möglichen Netzwerke und Kanäle. Danke an Familie und Freunde für die unglaubliche Unterstützung.

Suchtprävention in Deutschland – Was nichts kostet ist nichts wert

Suchtprävention in Deutschland – Was nichts kostet ist nichts wert

Sucht- / Drogenprävention schreiben sich so einige Organisationen der Sozial- und Gesundheitsbranche immer wieder auf ihre Fahnen. Sei es die Polizei, Krankenkassen, Drogenberatungsstellen oder auch neuerdings Banken. Man will ja Gutes tun. Corporate social responsibility nennt man das ganz im anglizistischem Neudeutsch. Ausgetragen werden diese Präventionsmaßnahmen hauptsächlich in Schulen, Jugendzentren oder Vereinen. Also da wo man meist Jugendliche oder Kinder antrifft. Dann kommt der gute Polizeibeamte mit seiner Powerpoint und erzählt aus Sicht der Polizei, was die Jugendlichen besser nicht tun sollten: Drogen nehmen. Oder es kommt die Psychologin der hiesigen Suchtberatungsstelle und macht ganz in sozialarbeiterischer Manier mit tollen Kärtchen, Smilies und Stuhlkreis ein emotionales Fass auf. Meist geht es da auch recht verbotsmäßig zu. Und dann gibts da noch die wenig beachtete Gruppe der Ex-User. Die werden gerne gesehen, weil, die haben es ja wirklich erlebt. Finanziert werden die ersten beiden Protagonisten (Polizei, etc.) von den jeweiligen Arbeitgebern. Der Ex-User hat da eher das Nachsehen und darf sich nach 6 stündigem Seelenstrip vor 500 Pubertierenden mit einem feuchen Händedruck und einem Kaffee zufrieden geben. Wir reden hier von, sagen wir mal grob 150-200 € für einen Vormittag und Ex-User. An- und Abreise müssen natürlich selbst getragen werden.

Irgendwie ein nicht tragbarer Zustand.

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Sozialarbeitsfront trifft Digitalen Nomaden

Sozialarbeitsfront trifft Digitalen Nomaden

Ich bezeichne meine Arbeit normalerweise nicht als Digitales Nomadentum. Ich bin ja grundständiger Sozialarbeiter oder auch Medien- und Bildungsmanager. Man könnte vielleicht bei den beiden Berufen vermuten das was Digitales in meiner Tätigkeit steckt. Auch arbeitet man als Sozialarbeiter klassisch an verschiedenen Orten wie den Wohnungen der Klienten, auf Sportplätzen oder auch gelegentlich in Cafés. Ortsunabhängig halt. Nun bin ich auch Unternehmer, was in Deutschland nicht ungewöhnlich ist, jedoch von einer Schaar Digitaler Nomaden exponentiell in den Sozialen Medien hochgehalten und gefeiert wird. Man arbeitet in Co-Working Spaces neuerdings, nimmt in Bali in der Hänematte noch schnell ein Webinar auf, am Strand von Miami noch die letzten Wörter im neuesten deep-social-impact-blogpost fertig geschrieben und schon ist man digitaler Nomade. Es geht nicht um Nutzen, Hilfe oder Beziehungsarbeit. Vieles wird reduziert auf gelegentliche Barcampkontaktmomente, auf die Häppchen in den Hotellobbys und feiern als wäre man der geilste Influencer von Europa. Es geht um e-Commerce, um e-Learning oder e-Coaching. Das “e” ist zum Symbol der Innovation geworden.

Was aber ist wenn diese beiden Welten aufeinandertreffen?

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Ich komm nicht mehr mit, mit der Digitalisierung

Ich komm nicht mehr mit, mit der Digitalisierung

Gerade stand ich beim Bäcker um mir meine Brezel zu holen, da tippt mich eine ältere Dame an und meint, ich kenne mich doch mit den Medien aus und so. Ja, ich kenne mich aus, meinte ich, ein wenig. Ihre Tochter hat ihr aufgeschrieben, sie müsse sich in Sachen Digitalisierung fit machen. Die gute Dame war lässige 70 und ich meinte, sie solle sich mal keine großen Gedanken machen. Aber was ist mit uns Jungen? Was ist mit unseren Eltern? Wo fängt Medienkompetenz, Medienbildung denn an und wo ist Digitale Informationskompetenz angesagt? Fragen und Unsicherheiten machen sich verständlicherweise breit. Soll ein 4 jähriger Junge ein iPhone 7 haben weil es so schon blinkt auf dem Retina Display und braucht Opa Hubert ein neues Tablet mit UMTS? Was brauchen wir? Ich schwenke mal um und offenbare meine Ohnmacht und wie ich mit der ganzen technischen Entwicklung umgehe.

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Gedanken zu Genuss, Konsum und Abhängigkeiten

Gedanken zu Genuss, Konsum und Abhängigkeiten

Heute soll es kurz um verschiedene Begrifflichkeiten gehen die in der vorletzten SoziFon Episode für Unklarheiten gesorgt hatte. Ich brachte Heroin, Cannabis, Zucker und Glücksspiel in einer pauschalisierten Aussage in einem Topf zusammen und differenzierte diese Dinge nicht klar. Daher möchte ich auf verschiedene Begriffe heute mal eingehen und schauen was zum Beispiel die WHO dazu sagt, was man so in der Alltagssprache raushaut und wo noch Unklarheiten sind.  Continue reading “Gedanken zu Genuss, Konsum und Abhängigkeiten”