Ich stottere (Teil 1)

Ich stottere – Aus dem Gefühlsleben eines Stotterers (Teil 1)

Jochen Praefcke aus dem oberschwäbischen Ravensburg stottert seit er denken kann – Ursache unbekannt. Jahrzehntelang war Stottern das beherrschende Thema in seinem Leben. Wie fühlt es sich an zu stottern? Was bedeutet Stottern im Alltag eigentlich? Wie prägend ist es für die Persönlichkeit, ein Stotterer zu sein? Jochen gab mir die Möglichkeit ungeschminkt Fragen zu stellen zu dürfen. Wir sprechen über seine Bewältigungsstrategien, über Hürden, Vorfälle und seinen Karriereweg bei einer Bank.

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Große Pläne aus der Wohlfühlzone

Große Pläne aus der Wohlfühlzone

Wir kennen sie alle, die netten Instagram Bilchen die uns täglich motivieren sollen: “Nutze den Tag… hustle… work harder…don´t give up…Umgib dich mit kraftvollen Menschen… gib mehr Liebe”. Es klingt so einfach und doch ist etwas so fern, es ist oft zu amerikanisch zu progressiv, zu real, zu direkt und oft zu ehrlich. Aber es hilft uns nichts diese schönen Botschaften zu lesen. Wir sind in der Wohlfühlzone, dem warmen Zustand des Lebens, wir leben in einem der reichsten Länder, genießen kostenlose Bildung auf hohem Niveau. Wir haben Pläne und Vorhaben und wissen nicht wie umsetzen. Wir verharren oft in einem Zustand des Kompromisses, des Arrangierens mit den Umständen. Können die Kinder noch in den Montessori Kindergarten oder in die kreative Waldorfschule wenn die Eltern aus diesen Wohlfühlzonen ausbrechen? Lässt sich das nicht irgendwie mit dem verbinden was man studiert hat, damit es nicht ganz umsonst war? Wir haben unsere Wohlfühlzone einfach zu lieb gewonnen.

Wielange müssen SIE durchhalten?

Wielange müssen SIE durchhalten?

Wir sind fast täglich in der Situation nach Hilfe suchen zu müssen. Wenn wir nicht mehr weiter wissen, wenn wir einen Experten brauchen, wenn jemand einfach mehr Erfahrung hat. Das passiert jeden Tag in unseren Firmen und Teams. Wir lernen langsam auszugliedern, outsourcing betreiben nennt man das dann. Wir outsourcen immer mehr und öfter. Wir sind in dieser Mehtode langsam firm. Was ist aber wenn wir nach innen schauen und dort Hilfe brauchen? Was ist wenn wir einen Experten brauchen aber den Glaubenssatz “Ich schaffe alles alleine..” pflegen? Wir sind es nicht gewohnt bei inneren Angelegenheiten Hilfe anzunehmen oder nur HIlfe die wir kennen (auch wenn die Hilfe die falsche darstellt). Wir sind kein Volk der Lifecoaches oder Wellnessberater. Wir halten lieber durch bis… ja bis was?

 

p.s. Die Episode wurde mit einem neuen Mikrofon aufgenommen. Bitte die drei Interferenzen zu entschuldigen, rausschneiden ging nicht ohne den Sinn des Satzes zu verlieren.

 

Shownotes

Inneres Team

Drogenprävention in der 8. Klasse – Ein Mitschnitt

Drogenprävention in der 8. Klasse – Ein Mitschnitt

Neulich wurde ich von dem Bildungszentrum in Bodnegg zum Drogenpräventionstag eingeladen. Meine Biographie sollte ich in zwei Durchläufen, á drei Schulstunden, mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 8 diskutieren. “Hände weg von Drogen” sollte wohl die Botschaft lauten. Was erwarten Schüler von einem Ex-Suchkranken, eines Ex-Junkies oder auch eines Abhängikeitskranken (man wieviele Begriffe man sich da einfallen lassen könnte)? Was erwarten die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulleitung oder gar die Eltern von mir? Früher habe ich solche Veranstaltungen regeläßig gemacht, da war es irgendwie anders. Da habe ich mir über Erwartungen auch keinen Kopf gemacht. Aber was soll meine Botschaft sein, was möchte ich an dem Tag mit den knapp 50 Schülern machen, was soll am Ende sein? Ich habe mich für einen recht geläufigen Weg entschieden, indem ich erst kurz was zu mir erzählte (so 20 Minuten) und die Restzeit Raum für Fragen und Diskussion bot. 3×45 Minuten ohne Pause ist ja auch recht lange für alle Beteiligten.

Daher kommen die Fragen der Schüler in der nächsten Episode mit ausreichend Zeit und Erklärung.

 

Shownotes

Urmel Kinder-Krebs-Stiftung (Facebook Seite)

Interview Teil 1 bei TomsTalkTime

Interview Teil 2 bei TomsTalkTime

Wieso wir uns Ehrlichkeit nicht leisten können

Wieso wir uns Ehrlichkeit nicht leisten können

Wir schmücken uns sehr gerne mit unserer übertroffenen Ehrlichkeit. Wir fordern Selbige von unseren Gegenüber immer wieder ein und setzen sie schlussendlich überall und jederzeit bei allem voraus (ausser bei schlechten Nachrichten). Was aber Ehrlichkeit ist, was es ganz individuell bedeutet, das weiß interessanterweise kaum jemand. Wo fängt denn die Ehrlichkeit an und wie fühlt sich das dann an? Was passiert aus einer Unehrlichkeit heraus? Basiert etwas auf Unehrlichkeit, kann es überhaupt Bestand haben? Was bedeutet es gerade zu sein, gerade zu leben? Innerlich gerade sein ist leider eine Seltenheit.

Sie sind bei mir falsch

Sie sind bei mir falsch

Immer wieder begegnet mir der Satz, man sei falsch bei dem oder jenem. Es ist ein Satz der mehr Bedeutung und Tiefe hat als man im ersten Moment glauben mag. Mir begegnet dieser Satz schon lange, neuerdings jedoch gehäuft. Ob es nun die möglichen Klienten bei Entwicklungsbüro sind oder potentielle Auftraggeber für Media Sozial, ja es ist sogar so, dass selbst im Freizeitbereich die Leute oft bei mir falsch sind. Sie wollen Capoeira lernen, wollen Saltos lernen oder gekonnte Luftsprünge mit Kick. So viele sind einfach falsch bei mir. Macht mich das einsam? Wer kommt denn nun zu mir und wer ist wohl richtig? Diese Aussage, sie sind bei mir falsch, kam von meiner Lieblingsmetzgersfrau zu einer verwirrten Kundin. Wir sind so oft aus den richtigen Gründen bei der falschen Hilfe, manchmal auch aus den falschen Gründen bei der richtigen Hilfe. DIe Passgenauigkeit ist fast immer ausschlaggebend.

Die Halb-Zeiten sind angebrochen

Die Halb-Zeiten sind angebrochen

Wir leben in scheinbar halben Zeiten. Die Nachrichten sind voll von Halbwahrheiten, wir Menschen kommunizieren sehr auffallend häufig mittels Halbwissen und schlussendlich basieren unsere Überzeugungen und individuellen Weltsichten auf einem wackeligen Gebäude.

“…ich hab von einer Studie gehört.. oder Ein Professor aus Palo Alto sagte…”

Wir reflektieren unsere Informationen immer weniger und blasen unsere Alltagskommunikation unwahrscheinlich auf.

Ebenso gibt es die Halbexperten, wie ich sie gerne nenne. Die “In einem Wochenende ein Coachingbusiness” Leute, die den Markt überschwemmen. Es ist nicht überprüfbar ob das Bildungsinstitut Sonnenschein an der Mühlbrücke was seriöses ist oder doch lieber der Indigene-holistic Coach eher was für einen wäre. Mir scheint, die aufstrebenden Lifestylecoaches sind sehr diffus. Wie das aber nun mit dem Stillen eines Babys oder dem Smartphone von Kindern zusammenhängt erfahrt ihr nur beim zuhören.

Komm mir nicht mit deinen Ritualen

Komm mir nicht mit deinen Ritualen

So oder ähnliche Sätze höre ich als Coach immer wieder. Rituale scheinen einen eigentümlichen Nebengeschmack zu haben. Schwarzmagisches Zeug mit Masken und nackt oder so, denkt der Ein oder Andere wohl bei dem Begriff Ritual. Rituale sind der Kit einer Kultur, die Verbindung innerhalb einer Kultur. Leider ist dieser Kit am bröckeln. Rituale wurden durch Routinen ersetzt (naja hört sich ja ähnlich an) und Rituale, besonders heilende oder helfende Rituale, in den Pseudoesobereich verbannt. Morgenseiten, wie sie Christian Müller sehr ästhetisch über seinen Instagram Acocount publiziert oder Motivational Videos, als Start in den Tag. Mit Kaffee und 10 Minuten Zeit für sich lebt es sich doch besser, für Jeden!

Wieviel Gift verträgst DU?

Wieviel Gift verträgst DU?

Wir vergiften uns permanent! In unterschiedlichen Ebenen, in verschiedenen Lebenslagen und in wiederkehrender Intensität. Der ersten Gedanken bei so einem Satz sind oft Drogen, Essen, Tierhaltung, Atomkraft. Was aber ist so giftig am Leben? Was ist giftig in unserem Umfeld? Es sind meiner Meinung nach viele kleine, subtil wirkende, nicht-stofftliche Dinge die uns mürbe machen. Es sind die emotionalen Gifte wie Misstrauen oder Neid, die seelischen Gifte wie Abhängigkeiten oder Hektik. Es sind mehr Ebenen als wir oft sehen.

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Ich hätte gern mehr Zeit mit meiner Familie gehabt

Ich hätte gern mehr Zeit mit meiner Familie gehabt

Sehr viele Väter sagen, wenn man sie fragt was sie rückblickend anders machen würden, dass sie gern mehr Zeit für die Familie und weniger für den Job gehabt hätten. Heutzutage gibt es ja Elternzeit, auch für Väter. Das ist eine spitzen Errungenschaft und keine Selbstverständlichkeit. Nur wie organisieren Männer das? Ist es wirklich so easy die ersten Tage, Wochen ja vielleicht sogar Monate Zeit für die Familie zu haben? Wirkliche Zeit, keine “Auf dem Sprung” Zeit. Zeit für Nähe, spielen, und alles was man gerne tut. Ich bin gerne draußen und frühstücke gerne. Ich arbeite auch gerne und bin gern mobil und flexibel. Ich versuche ein “Zu viel ..” zu vermeiden. Zu viel Arbeit, zu viel Events, zu viel Socializing, zu viel Lärm.Aber Geld verdienen mag ich natürlich auch. Wie gestaltet sich aber heutzutage so ein digitales, mobiles, smartes (sozial) Business? Klappt das wirklich und kann man damit auch Geld verdienen?